Taunisschlund

„Beschützt die Festung den Schlund vor uns? Oder nicht doch die Apanthren vor dem Schlund?“
– Aus dem Notizbuch von „Lasko“, Teil der Buchenbibliothek„Wolle von Taunisschlund! Du hast nie etwas weicheres berührt!“
– Schild auf dem Basar in Balarem
Taunisschlund ist eine der Ibundiler Wachfestungen auf dem dunklen Pfad. Sie schützt einen Tunnel durch einen Berg, der die einzige ungefährliche Überquerung der zugehörigen Gebirgskette ermöglicht. Der Wächter der Festung ist Ikton ab Verda und Taunis, der zusammen mit seiner Schwester Uliria die Geschicke von Taunisschlund lenkt.
Erscheinungsbild & Atmosphäre
Taunisschlund baut auf den Mauern eines Vorgänderbaus auf, was man an den Sockeln noch gut erkennen kann. Ansonsten ist sie bereits im neu-ibundilischen Stil gebaut. Der dunkle Pfad führt hier von einem Hang weg über eine Brücke über eine Schlucht direkt in den Berg hinein, wo er durch einen Tunnel weiterführt. An den Eingang ist Taunisschlund gebaut worden. Die Burg wirkt weniger wie eine Festung als mehr wie ein befestigtes Schloss. Große, verzierte Glasfesnster zieren die Front, Skulpturen und Schnörkel, pfeilerchen und Spitzbögen prägen die Fassade.
Das Zentrum bildet das Torhaus. Ein großes Tor mit Zugbrücke, das in eine ausladende Halle führt. im ersten Stock dieser Halle ist eine Taverne und Herberge, links und rechts Ställe und Nieschen für Karren, Ochsen und Pferde.
Links und rechts des Tores sind die Figuren der Gründer der Linie ab Verda und Taunis: Verda, die Behangene und Taunis, der Greif von Libindof.
Die Torfestung wurde wie die meisten Wachfestungen über die Jahre immer wieder mit Annexen erweitert.
Geht man durch die Halle durch, gelangt man in den „Schlund“, den Tunnel, den Taunisschlund schützt. Links und rechts ragen noch Anbauten und Erweiterungen von Taunisschlund aus den Felswänden; oder einfach nur Fenster, Säulengänge, Terrassen, Balkone. Beginnend von der Halle aus, beginnen aber auch in Stein gehauene Verzierungen. Darstellungen der Legenden, die mit der Linie ab Verda und Taunis in Verbindung gebracht werden.
Am Ende des Schlunds biegt der dunkle Pfad nach links steil bergauf.
Geografie & Lage
Taunisschlund ist an die Grenze zwischen dem tranurtianischen Vorgebirge und dem Ibundiler Hochgebirge gebaut. Die Bergkette hier reicht von Ufer bis Ufer. Ohne die Berge zu besteigen, gibt es keinen anderen Weg in die anarkanischen Lande. Um Taunisschlund herum ist es noch felsig/moosig, aber die kalte Luft des Hochgebirges zieht durch den Schlund.
Taunisschlund liegt etwa einen Tagesmarsch von Peleniawacht und einen Halbtagesmarsch von Trittfall entfernt.
Geschichte

Der Schlund wurde schon in der Frühzeit Lirzakins durch Magie gegraben. Schnell wurde auch das erste Haus, dann die erste Festung dazu gebaut. Mehrmals zerfiel der Bau und wurde wieder errichtet. Zuletzt wurde die Festung von einem Steinrutsch zerstört. Nachdem der Schlund wieder freigeräumt war, ließ man die Ruine stehen. Erst als Kurak III ab Verda und Taunis seine Ländereien in Ragew verkaufen musste und nach Ibundil kam, bot man ihm an, die Ruine zu kaufen und dafür, sollte er wieder eine Festung errichtet haben, einen Wächtertitel zu bekommen, was ihm den erneuten Aufstieg in den Adelsstand garantieren sollte. Kurak nutzte das Geld, das er vom Verkauf aus Ragew erhalten hatte und baute eine Schlossburg im neu-ibundilischen Stil; ein Schmuckstück, mit dem er sich und seiner Familie das Ansehen in Ibundil sichern wollte.
Das Ansehen kam allerdings erst nach ein paar Generationen, als Taurin, der Eidhalter, als Mann der Königin sein Haus endgültig im Ibundiler Adel etablieren konnte.
An Taunisschlund wurde seitdem immer wieder gebaut. Noch nie wurde es angegriffen.
Bei einem Fest in einem nahen Dorf verbrannten alle Erben der Linie ab Verda und Taunis, bis auf Ikton und Uliria.
Zuletzt wurden die Arbeiten an den Fresken im Schlund wieder forciert, nachdem Ikton die Herrschaft übernommen hat.
Bewohner & Kultur
Taunisschlund beherbergt etwa 100 Bewohner. Darunter insbesondere die Wächterfamilie, Handwerker, Kunsthandwerker und Soldaten. Der Verwaltungssitz der zugehörigen Ländereien ist im Tal unterhalb von Taunisschlund.
Das Schloss und auch die Ländereien werden sehr nach dem Prinzip eines Adelsfürsten verwaltet und behandelt. So sehen sich die Bewohner auch eher als Bürger von Taunisschlund als als Bürger von Ibundil.
Gleichzeitig ist die Kultur aber geteilt durch das Bergmassiv und den Schlund. Die beiden Seiten haben nur wenig miteinander zu tun. Während man vor der Burg das Wollfest zelebriert und sich dabei in Mäntel aus frischer Schafswolle um Spitzstein-Haine tanzt, ist das größte Fest hinter der Burg das „Nachtfest“, das am kürzesten Tag des Jahres gefeiert wird. Sobald die Sonne hinter dem Bergmassiv untergeht, entzünden die Bewohner hunderte kleine Feuer und klettern dann auf einen Berg, um die „Sterne über und unter“ ihnen zu verehren.
In den Ländereien hat sich die Linie ab Verda und Taunis als unangefochtene Instanz etabliert. Man kommt zu der Wächterfamilie nicht nur um Recht zu sprechen oder eine Gunst zu erbeten, sondern sucht auch Rat bei ihr. So treffen sich die Räte und Vorsteher von Bergdörfern und Kleinstädten gerne in Taunisschlund, um in Anwesenheit der Wächterfamilie wichtige Angelegenheiten zu beraten.
Wichtige Orte & Räumlichkeiten
Mit die schönsten Räume in Taunisschlund sind die beiden hohen Turmzimmer, von denen man einen herrlichen Blick auf die beiden angrenzenden Täler hat. Während das rechte (nördliche) Turmzimmer ein Ratsraum ist, ist das linke (südliche) Turmzimmer Lesestube und Wohnraum der Wächterfamilie. Hier gibt es auch ein altes Dachzimmer, das aber beinahe in Vergessenheit geraten ist. Ikton und Uliria versteckten sich als Kinder gerne dort.

In den Kellern unter Taunisschlund gibt es zudem eine Gruft, in der alle Angehörigen der Linie ab Verda und Taunis bestattet liegen; seit Kurak III.. Den Eingang zur Gruft markiert ein steinernes Portal, das dem des Ragewer Anwesens nachgeahmt ist. Zwei Feuerschalen erhellen immer den Eingang.
In einem anderen Teil der Gewölbe liegen das Familienarchiv und die Ahnengalerie, in der das Erbe der Familie bewahrt wird. So auch Gemälde, die die ehemaligen Ländereien und den Sitz auf Ragew zeigen.
Die Galerien von Taunisschlund, die zum Schlund zeigen, beherbergen die Zimmer der Bediensteten und Handwerker. Die Kammern der Wachen liegen in einem Anbau.
Besonders ist zudem der „fließende Pavillon“. Er ist versteckt in einer Felsspalte und nur durch ein Gewirr aus Kammern in Taunisschlund erreichbar. Er ist aus Stein gehauen und in der Form von Wassersströmungen gefertigt. Sein Dach bilden die Nachbildungen zweier Schiffsrümpfe, die an das Erbe der Wächterfamilie erinnern sollen. Um den Pavillon herum war früher ein Garten gepflanzt. Die Felsspalte sorgte für ein ruhiges, wärmeres Klima. Seit dem Brand und dem Tod von Iktons Mutter kümmerte sich jedoch niemand mehr darum. Der Garten ging ein. Kaum einer besucht den Ort noch.
Besonderheiten & Ressourcen
Zu den Ländereien gehören nur wenige Minen. Stattdessen verdient die Familie viel Geld mit Gebirgsochsen, die ab Taunisschlund die Wägen der Händler ziehen. Die großen Zuchtweiden liegen im nördlichen Tal von Taunisschlund. Jeden Morgen werden neue Ochsen den Pfad hoch zur Festung geführt, am Abend die angekommenen, erschöpften Ochsen wieder nach unten. Ebenso ist dort die große Weide, auf der Reisende (insbesondere Händler) für die Zeit ihrer Reise ihre Pferde, Ochsen und Esel lassen könne, bis sie wieder zurückommen und weiter nach Tranurt reisen.
Zudem verarbeiten die Bewohner der Dörfer Wolle aus Tranurt zu den hochwertigen Gewändern für Ibundil. Das Spinnen und Weben, das besonders vor der Festung stattfindet, ist ein großer Teil der Identität der Bewohner geworden. Taunischer Stoff ist sogar weit über die Grenzen von Ibundil weg bekannt. Selbst in Balarem wird damit geworben. Die Wächterfamilie ist hierbei der Zwischenhändler, der die Wolle einkauft, an die Bewohner verkauft, die fertigen Stoffe einkauft und an die Händler verkauft.
Die Zugbrücke wird jeden Abend geschlossen und am Morgen wieder herunter gelassen. Auch wenn die Festung noch nie angegriffen wurde, ist die Tradition der Pflicht gewidmet, den Schlund vor unerlaubten Reisenden zu schützen.


